1969 in Regensburg geboren, studierte Germanistik, Ostslawistik und Politologie. 1995/96 arbeitete er als Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Oppeln/Polen, 1999 promovierte er an der Universität Regensburg zum Thema „Die politische Rolle der deutschen Sprache in Oberschlesien 1921-1999“. Seit März 2000 ist Matthias Kneip wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt.
Darüber hinaus arbeitet Matthias Kneip als Lektor für MOE-Länder auf Kreuzfahrtschiffen bei der Reederei Hapag Lloyd sowie als Polen-Referent für Wirtschaftsunternehmen. Für div. Landeszentralen für politische Bildung sowie kulturelle Stiftungen ist er als Schriftsteller mit Lesungen an deutschen Schulen unterwegs.
Während zahlreicher Aufenthalte in Osteuropa, insbesondere in Polen, der Ukraine und Moldawien verfasste Matthias Kneip für verschiedene deutsche und ausländische Zeitungen Berichte über die politische und gesellschaftliche Situation in diesen Ländern. Insbesondere die vermittelnde Tätigkeit zwischen den Kulturen Deutschlands und Polens wurde ihm zu einem wichtigen Anliegen. Seine Erfahrungen im Ausland, aber auch seine kritisch-distanzierte Sicht auf die Verhältnisse in Deutschland spiegeln sich sowohl in seiner Lyrik als auch in seinen publizistischen Veröffentlichungen wieder. Für seine Gedichte und Kurzgeschichten erhielt er erhielt er unter anderem 1997 den Gedok-Literaturpreis, 2001 den Kultur-Förderpreis der Stadt Regensburg und 2002 den Uslarer Literaturpreis. Im Jahr 2008 wurde Kneip mit der Medaille der Kommission der nationalen Erziehung ausgezeichnet. Diese Medaille, die vom Polnischen Ministerium für Nationale Erziehung verliehen wird, ehrt Persönlichkeiten, die sich in besonderem Maße um die Kultur Polens, insbesondere im Bereich Bildung, Erziehung und Völkerverständigung, verdient gemacht haben.
Matthias Kneip ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller sowie im Deutschen P.E.N.
Im Jahr 2011 wurde Kneip mit dem renommierten "Kulturpreis Schlesien" des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Ein Preis, den unter anderem auch Janosch, Sigmar Polke, Kurt Masur oder Tadeusz Różewicz erhielten.
Mit seinem im Verlag House of the Poets erschienenen Buch "Grundsteine im Gepäck" gelingt Matthias Kneip ein ungewöhnliches und wohl einmaliges Porträt Polens, ein Mosaik aus Gedichten und Prosastücken, in dem der junge deutsche Autor Szenen des polnischen Alltags ebenso feinfühlig und liebevoll beschreibt wie die Atmosphäre polnischer Städte. Krakau, Breslau oder Danzig erhalten in den Reiseskizzen von Kneip ein Gesicht, drücken eine Stimmung aus, wie sie wohl nur jemand in der Lage zu zeichnen ist, der mit deutschen und polnischen "Grundsteinen im Gepäck" unterwegs ist.
Matthias Kneip ist ein Pendler zwischen den Kulturen, ein Grenzfall zwischen Deutschland und Polen. Durch die Herkunft seiner Familie aus dem deutsch-polnischen Grenzland wuchs er schon als Kind mit deutschen und polnischen Traditionen zu Hause auf, ohne aber die Geschichte seiner Eltern zunächst weiter zu hinterfragen. Erst spät begibt er sich auf die Suche nach den Ursachen für seinen "Grenzfall", reist mit Eltern und Großeltern in die ehemals deutschen Gebiete Oberschlesiens, um schließlich dortzubleiben, weil dieses für ihn fremde und doch nicht fremde Land seine Neugier geweckt hat.
„Keiner versteht mich! klagte das Gedicht und wurde berühmt...!“ – dieses Motto stellt der Lyriker Matthias Kneip seinem Gedichtband „zärtlich kriegen“ voran. Eine zärtlich-ironische Anspielung auf jene „klassische Lyrik“, die manch einem Leser die Freude an der Lektüre von Gedichten schon in der Schulzeit genommen hat. Kneip schreibt Gedichte gegen das Image von Gedichten. Er ermöglicht dem Leser das Eintauchen in eine Sprachwelt, die unter der Oberfläche der Alltagssprache liegt, aber noch erreichbar, verstehbar ist. Kneip´s Lyrik ist eine Lyrik, in die sich vertiefen kann, wer innehalten will in der Schnelligkeit des Alltags. Gedichte werden zur Handbremse, zum Ort für den Rückzug.“
In seinem Buch „Liebes Verhältnisse“ spürt der Schriftsteller Matthias Kneip in witzig-ironischen, aber auch tiefsinnigen und nachdenklichen Gedichten und Geschichten „Liebes Verhältnissen“ nach. Was unterscheidet die Liebe zwischen Mann und Frau von der Liebe zur Schokolade? Die Liebe der Kinder zu ihrem Teddybär von der Liebe zu ihren Eltern? Kunstvoll fügt er die verschiedenen Variationen eines alten Themas zu einem neuartigen literarischen Mosaik zusammen.
In seinem Buch mit dem Titel „Polenreise. Orte, die ein Land erzählen“ beschreibt Matthias Kneip bekannte, aber auch weniger bekannte Orte in Polen. Sie dienen ihm als Ausgangspunkt für persönliche Reflexionen, die dem Leser spezifische Eigenheiten des Landes, besondere Persönlichkeiten oder Ereignisse aus der Geschichte bzw. der deutsch-polnischen Beziehungen vermitteln. Als Beispiele seien hier genannt ein Besuch des Gleiwitzer Senders, ein Friedhof mit nach dem Krieg ausgemeißelten deutschen Inschriften oder ein Bergarbeiterviertels in Kattowitz. Weitere Örtlichkeiten sind die Begräbnisstätten der polnischen Könige in den Katakomben des Krakauer Wawels, eine alte Fabrik aus der Gründerzeit in Lodz oder das berühmte Bild der Schwarzen Madonna in Tschenstochau. Aber auch ein kleiner Uhrmacherladen oder die berühmten polnischen Welldachmärkte werden in dem Buch porträtiert. Ein Foto des beschriebenen Ortes leitet das jeweilige Kapitel ein. Das Buch offenbart dem Leser ein literarisches, sehr persönlich geschriebenes Mosaik Polens, welches das Land in seinen verschiedenen Facetten darstellt.
Unter dem Titel "blöd aber sinnig" hat Kneip im Jahr 2009 einen neuen Lyrikband veröffentlicht. Die darin enthaltenen Gedichte und Aphorismen stellen eine Sammlung humorvoller, meist gereimter Texte, dar, die sich in spielerischer Form liebevoll-kritisch verschiedenartiger Phänomene der deutschen Sprache, aber auch der Gesellschaft in Deutschland annehmen. Ein Hundehaufen wird dabei ebenso lyrisch durchdacht wie die Frage, ob einem EurOpa nicht auch eine EurOma zustünde. Illustriert wurde der Band von dem Künstler Tom Meilhammer, der in seinen Bildern kongenial die Inhalte der Texte aufgreift und ihnen eine eigene visuelle Note verleiht.
In seinem neuesten Buch "Reise in Ostpolen. Orte am Rand der Mitte" begibt sich Matthias Kneip erneut auf Entdeckungsreise nach Polen. Diesmal entführt er den Leser in den Ostteil des Landes, der selbst für viele Polen noch unbekanntes Territorium darstellt. Vom Süden in den Norden hat Kneip interessante Menschen und Orte entlang der polnischen Ostgrenze aufgespürt und beschrieben. Meist entlegene Orte, deren Bedeutung häufig größer ist als ihre Bekanntheit. Die ersten Erdölförderungsanlagen der Welt, zum Beispiel, oder die jüdischen Spuren in Lublin, die Stadt Białystok, in der der Erfinder der Kunstsprache Esperanto geboren wurde, oder der letzte Urwald Europas in Białowieża. Kneip gelingt ein faszinierendes Mosaik aus Bildern und Texten, das neugierig macht und Lust, diesen Teil Polens kennen zu lernen – oder ihn selbst zu besuchen.